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Alt 25.11.2002, 15:49   #61
syracus
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Standard Hallo Deutschland!!!!!!!!!!

manager-magazin.de, 15.11.2002, 12:55 Uhr
http://www.manager-magazin.de/koepf...,222768,00.html

D I E M A L I K - K O L U M N E

Was hierzulande unerwähnt bleibt

Von Fredmund Malik

Politiker, Manager und Experten aller Fachrichtungen nörgeln fast täglich über den miserablen Zustand der Republik. Aber von Deutschland so zu reden, als wäre es das Armenhaus Europas, ist falsch. Im ersten Teil seiner Analyse beschreibt Fredmund Malik, was in der Standort-Diskussion unerwähnt bleibt.

...



Also, macht euch nicht schlechter als ihr seid. Mittlerweile gibt doch überall und je länger je mehr die Wirtschaft die Richtung vor und nicht die Politik. Alles eine Frage der Zeit.

Grüsse aus der in "D" nicht wahlberechtigten und damit nicht "sich verarscht vorkommenden" Schweiz. Sozusagen Vorurteilsfrei...

syr :

Geändert von syracus (25.11.2002 um 15:58 Uhr).
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Alt 26.11.2002, 20:34   #62
SirDax
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Ort: Düsseldorf
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Posting

Der Trend ist wieder abwärts
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Alt 09.12.2002, 19:25   #63
Förster
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Skeptisch

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Alt 10.12.2002, 11:20   #64
RIVA
Dead Nick - see under ALMA_Advice
 
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Breit grinsen

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Alt 19.12.2002, 12:17   #65
2003
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Cool 2003

Konjunktur 2003: Neue Rezession



Die deutsche Wirtschaft in der Abwärtsspirale: Die verfehlte Wirtschaftspolitik von Rot-Grün und Risiken für den Export lassen einen Aufschwung in weite Ferne rücken.

...

Von Malte Fischer

18.12.2002 18:06:52 - http://www.wiwo.de/unternehmen-maer...zession-309239/
--------------------------------------

2003
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Alt 01.01.2003, 03:42   #66
fisherman
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Registrierungsdatum: Dec 2002
Beiträge: 432
Standard

Zweifellos hat die rot-grüne Regierung Fehler gemacht, nicht erst nach dem 22. September 2002. Aber alle, die auf einen Sturz der Regierung hoffen, seien gewarnt:

Erwartet nicht zu viel von einem Regierungswechsel ! Die Regierung, egal von wem sie gestellt wird, ist in einer Zwickmühle, aus der sie nicht heraus kommt.
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Alt 20.01.2003, 22:07   #67
fuzzyjones
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Registrierungsdatum: Oct 2002
Beiträge: 42
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Fundsache: Wie man Deflation schönreden kann...

http://www.rp-online.de/news/wirtsc...ttaktionen.html


: : : : :
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Alt 22.01.2003, 19:34   #68
Eliska
°°°
 
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Registrierungsdatum: Apr 2001
Ort: N/A
Beiträge: 5.999
Standard Staaten fluten den Anleihemarkt

2003 neue Titel für rund 560 Milliarden Euro / Tilgungen auf Rekordwert

Die europäischen Staaten bekommen derzeit die Schattenseite ihrer Schuldenberge zu spüren. Im Jahr 2003 müssen die zwölf Euro-Länder allein zur Refinanzierung fällig werdender Anleihen gut 400 Milliarden Euro aufbringen, mehr als je zuvor. Hinzu kommen etwa 44 Milliarden Euro für Zinsen. Darüber hinaus dürfte auch ein Teil der Netto-Neuverschuldung über Anleihen finanziert werden. Entsprechend groß ist die Belastung für den Kapitalmarkt.

Die Investmentbank Schroder Salomon Smith Barney erwartet, daß das Brutto-Emissionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr von 493 auf 560 Milliarden Euro steigt; auch das ist ein Rekord. Zum Vergleich: Dieser Wert entspricht etwa der Hälfte der jährlichen Wirtschaftsleistung Deutschlands. Eine Ursache für das riesige Volumen ist die Häufung der Rückzahlungen. Anfang der neunziger Jahre haben die Staaten, die heute in der Währungsunion zusammengeschlossen sind, besonders viele Anleihen begeben, die jetzt fällig werden. Entsprechend groß ist nun der Bedarf an neuen Anleihen, um die Tilgungen zu finanzieren.

Das riesige Angebot an staatlichen Schuldtiteln wird aber auch durch die wachsende Neuverschuldung der Staaten genährt. So rechnen Analysten der Investmentbank Morgan Stanley damit, daß Deutschlands Budgetdefizit auch im Jahr 2003 mehr als 3 Prozent betragen wird, nachdem es schon im Jahr 2002 die von Brüssel gesetzte Defizitgrenze mit 3,8 Prozent weit überschritten hat. Frankreich wird knapp unterhalb der Drei-Prozent-Marke erwartet, während die Analysten für Spanien und Italien Defizite von 0,4 und 2,4 Prozent voraussagen.

Diese vier Staaten sind die größten Schuldner in der Eurozone und beanspruchen rund 80 Prozent des Marktes. Sie speisen zudem das Wachstum des Anleihemarktes: Die vier großen Schuldenländer haben neben der Rückzahlung ihrer auslaufenden Anleihen einen enormen Appetit auf zusätzliche Emissionen. Nach Schätzung von Morgan Stanley werden sie im Jahr 2003 zusätzliche Titel, die über die Tilgung hinausgehen, im Wert von gut 150 Milliarden Euro begeben. Ein erheblicher Teil dieses zusätzlichen Netto-Angebots wird aus Deutschland kommen. Die rasch wachsende Verschuldung bleibt nicht ohne Folgen für die Finanzierungsbedingungen des Bundes. Finanzminister Hans Eichel freut sich derzeit zwar bei Neuemissionen über relativ gute Konditionen. Das liegt aber ausschließlich am niedrigen Zinsniveau. Weil die Europäische Zentralbank den Leitzins auf 2,75 Prozent gesenkt hat und die Konjunkturaussichten schlecht sind, müssen sich Anleger mit niedrigen Renditen zufriedengeben.

Bei neuen Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit bietet der Staat derzeit Renditen von nur 4,1 Prozent. Für die auslaufenden Titel mußte er weitaus höhere Kuponzinsen zahlen. Die Fälligkeit der Anleihen mit hohem Kupon entlastet kurzfristig die Staatskasse. Der Effekt geht aber unter, weil aus der Neuverschuldung zusätzliche Belastungen entstehen.

Zudem schwindet der Finanzierungsvorteil, den Deutschland bislang im Vergleich zu anderen Staaten genießt. Lange Zeit galt Deutschland als besonders sicherer Schuldner. Der liquide deutsche Anleihemarkt dient deshalb als Meßlatte für Schuldtitel anderer Staaten. Deshalb akzeptieren die Investoren bei deutschen Anleihen bisher spürbar niedrigere Renditen. Inzwischen wird bei den Ratingagenturen aber bereits diskutiert, ob Deutschland langfristig die erstklassigen Bonitätsnoten halten kann. Bemängelt werden vor allem die strukturellen Probleme und die Wachstumsschwäche der Wirtschaft. Vor diesem Hintergrund ist der relative Finanzierungsvorteil so gering wie seit Anfang der neunziger Jahre nicht mehr.

Das Risiko, daß Deutschland eines Tages mit seinen Schulden nicht mehr fertig wird, schätzen die meisten Marktteilnehmer zwar immer noch auf nahezu Null ein, aber eben nicht mehr auf Null. Diese keimende Skepsis spiegelt sich unter anderem in den Preisen für handelbare Kreditabsicherungen (Credit Default Swaps). Bis Mitte des vergangenen Jahres mußte ein Investor, der sich für fünf Jahre gegen eine Zahlungskrise des deutschen Staates absichern wollte, eine Versicherungsprämie von jährlich etwa 3 Basispunkten der versicherten Summe bezahlen. Inzwischen ist diese Prämie auf bis zu 12 Basispunkte gestiegen, berichten Derivate-Händler. Eine Absicherung für französische Titel koste derzeit etwa 11 Basispunkte, Besitzer von italienischen Anleihen zahlen jährlich bis zu 15 Basispunkte - um dank solch einer Absicherung ganz ruhig schlafen zu können.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2003, Nr. 18 / Seite 21
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Alt 23.01.2003, 13:01   #69
syracus
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*** AKTUELLE INFORMATIONEN 23.1.2003 ***

>>> Prof. Malik zu Gast in der ZDF-Talkshow "Berlin Mitte" vom 23.1.2003 <<<

Heute abend ist Prof. Dr. Fredmund Malik Gast in der ZDF-Talkshow "Berlin Mitte", die Sendung trgt den Titel "Sanierungsfall Deutschland - Wer bringt Opfer fr den Aufschwung?"

Neben Herrn Malik diskutieren die folgenden Personen:
Roland Koch, MP Hessen, CDU
Klaus Wowereit, Reg. Buergermeister Berlin, SPD
Michael Rogowski, BDI
Ursula Engelen-Kefer, DGB

Moderiert wird die Sendung - wie immer - von Maybrit Illner.

ZDF Talkshow "Berlin Mitte"
Donnerstag, 23. Januar 2003
22.15 Uhr, live

syr
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Alt 27.01.2003, 19:35   #70
Förster
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http://www.ftd.de/pw/de/1043323422902.html?nv=hptn


ftd.de, Mo, 27.1.2003, 16:01, aktualisiert: Mo, 27.1.2003, 16:28

Eichel dementiert Pläne für frühere Steuersenkung
Von Claus Hulverscheidt, Berlin

Eine vorgezogene Entlastungsstufe im Rahmen der Steuerreform wird es nicht geben, hat Bundesfinanzminister Hans Eichel klargestellt. Ein ranghoher Mitarbeiter seines Ministeriums hatte zuvor gesagt, ein Zusammenziehen der bereits beschlossenen Steuerreformstufen 2004 und 2005 auf den 1. Januar 2004 sei bei einem Anhalten der Konjunkturflaute "eine denkbare Option".



__________________
Zur Chartshow
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Alt 29.01.2003, 12:50   #71
fuzzyjones
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Aus einem anderen Forum:

Probleme für jene die Hauskäufe mit einer LV getätigt haben??

Tilgungen drohen zu platzen
Hauskäufe, die mit Lebensversicherungen finanziert wurden, sind einsturzgefährdet
Stuttgart - Hält die finanzielle Krise der Lebensversicherer weiter an, dürften die Folgen für Hunderttausende Immobilienkäufer hart werden. Und zwar für all diejenigen, die ihre Wohnung über eine Lebensversicherung finanziert haben. Sie müssen damit rechnen, dass sie bei Ende der Laufzeit viel weniger herausbekommen als erhofft. Sollten die Assekuranzen auf Dauer deutlich weniger ausschütten, wird das Geld bei vielen Kunden nicht mehr reichen, den Kredit wie geplant auf einen Schlag zu tilgen.


„Da können noch ganz gewaltige Zeitbomben schlummern“, befürchtet Peter Grieble, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Er rechnet damit, dass 2003 „etliche Versicherer noch an den Rand der Pleite“ kommen. Nach Ansicht vieler Experten verspricht die Branche den Versicherten immer noch zu hohe Renditen. Und das, obwohl auch im vergangenen Jahr eine Assekuranz nach der anderen die Überschussbeteiligung senkte.


Im Schnitt liegt die Rendite derzeit bei etwa fünf Prozent. Bis zu sieben Prozent und mehr wurden noch in den Jahren 1999 und 2000 bei Neuabschlüssen vorgerechnet. Ein paar Prozent Differenz klingen nicht so dramatisch - können es aber sein, wie ein Beispiel des Bundesverbands der Verbraucherzentralen verdeutlicht: Gibt es auf 30 Jahre Laufzeit 5,5 statt 6,8 Prozent Rendite, kann die Ablaufleistung um bis zu ein Drittel schrumpfen.


Sollten die Renditen weiter absinken und womöglich nur noch den Garantiezins von 3,25 Prozent einbringen, könnten Tausende Baufinanzierungen ins Wanken geraten. „Wer sich beim Kauf hundertprozentig auf die schönen Prognosen der Versicherer verlassen hat, kann am Ende auf einem ganzen Berg Restschulden sitzen bleiben“, warnt Grieble.


Einen eleganten Ausweg aus der Misere gibt es nicht. Was derzeit bleibt ist nach Ansicht Griebles nur Folgendes, nämlich zu hoffen, dass die Märkte bald nach oben gehen, und Notgroschen zurücklegen. Um ihr Häuschen zu retten, sollten Betroffene auf keinen Fall panikartig ihren Vertrag kündigen. In den allermeisten Fällen bringe das nur hohe Verluste, betont Grieble. Außerdem bleiben bisher erzielte Überschüsse ja erhalten. „Wer noch fünf, acht oder zehn Jahre Laufzeit vor sich hat, braucht aber gerade diese Jahre, um auf eine vernünftige Rendite zu kommen“, gibt der Verbraucherschützer zu bedenken.


Nur im Einzelfall, vor allem in den ersten Jahren der Laufzeit, kann es sich lohnen, die Police aufzukündigen. Wer den Ausstieg erwägt, sollte sich von seiner Assekuranz die aktuelle Überschussprognose sowie den Rückkaufswert vorrechnen lassen.


Verbraucherzentralen helfen bei der Entscheidung, den Vertrag weiterlaufen zu lassen oder nicht. Wenig empfehlenswert ist es, eine Verkürzung der Laufzeit anzustreben, meint Grieble. So komme man zwar ohne Stornogebühr früher aus dem Vertrag heraus, müsse allerdings mit einer niedrigeren Durchschnittsrendite rechnen. Auch eine Stilllegung der Police sei wenig ratsam.


Wer bei Abschluss des Vertrags vom Versicherungsvertreter nicht auf die Risiken des Finanzierungsmodells hingewiesen wurde und dies nachweisen kann, kann wegen „Falschberatung“ in die Offensive gehen. Der Versicherer haftet für die Fehler seiner Vermittler. „Diesen Weg gehen falsch Beratene viel zu selten“, meint der Verbraucherschützer. AP
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Alt 08.05.2003, 15:55   #72
Ibykus
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Datenschützer findet staatliche Daten-Sammlungen «bedenklich»

Berlin (dpa) - In Deutschland werden die persönlichen Daten von immer mehr Menschen durch ausgefeilte Überwachungs- und Kontrollsysteme in staatlichen Computern gespeichert. Der Bundes-Datenschutzbeauftragte Joachim Jacob nannte diese Entwicklung am Mittwoch in Berlin bedenklich.

Eine Zäsur bei der Sammlung von personenbezogenen Daten habe der Terror-Anschlag von New York am 11. September 2001 bedeutet, sagte er bei der Präsentation seines Tätigkeitsberichts für die Jahre 2001 und 2002.

Die Jacob-Kritik an Polizei und Regierung richtet sich vor allem auf die ständig steigende Zahl von Telefonüberwachungen, die eng mit der Terrorismusbekämpfung zusammen hängt. Die entsprechenden Anordnungen hätten sich seit 1995 verfünffacht. Im vergangenen Jahr wurden fast 22 000 Telefone abgehört. «Eine nachvollziehbare, befriedigende Erklärung hierfür gibt es nach wie vor nicht», beklagte der oberste Datenschützer.

Allgemein habe sich die Situation des Datenschutzes in den beiden vergangenen Jahren kaum verbessert, sagte Jacob, dessen Amtszeit im Juli ausläuft. «Der Datenschutz erhält noch immer nicht den Stellenwert eingeräumt, der ihm als Garant von Bürgerrechten in einem freiheitlichen Rechtsstaat zukommen sollte.»

So hat Jacob auch an der Effizienz der Rasterfahndung bei der Terrorbekämpfung Zweifel. Fraglich sei, ob es die Absicht des Gesetzgebers gewesen sei, dem Bundeskriminalamt (BKA) eine Befugnis zur «massenhaften Erhebung» personenbezogener Daten in den Ländern einzuräumen.

Erhebliche Bedenken hat der Datenschutzbeauftragte auch gegen die Ausweitung des genetischen Fingerabdrucks, ungeachtet der Erfolge bei der Verbrechensbekämpfung. Die DNA-Analysedatei des BKA habe nach fünfjährigen Erhebungen nun einen Umfang von 250 000 Personendatensätzen.

Schließlich warnt Jacob davor, durch ständig verbesserte technologische Möglichkeiten den «gläsernen Bürger» in allen Lebensbereichen zu schaffen. Dabei haben die Datenschützer besonders die Gesundheitskarte im Visier. Der Versicherte müsse wissen, welche Informationen auf dieser Karte gespeichert sind und wer Zugriff auf diese Informationen habe.

Skeptisch sieht Jacob auch die Zukunft. Zunehmend würden Systeme entwickelt, die die Feststellung des genauen Aufenthalts von Menschen möglich machten. Vielfach geschehe dies über die Handy-Nutzung. Auch in der Privatwirtschaft sei ein Trend zu immer umfangreicheren Datensammlungen und Vernetzungen zu beobachten.

Neben Auskunftssystemen der Kreditwirtschaft entwickelten auch Wohnungsunternehmen eine eigene «Warndatei». Ähnliches sei bei den Versicherern zu beobachten. Es dürfe nicht dazu kommen, dass durch Abstimmungen und Datenaustausch ein Mensch, der im Alter von 20 Jahren seine Handy-Rechnung nicht bezahlte, Jahre später kein Konto mehr eröffnen könne oder keine Wohnung finde.

© WELT.de
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Alt 08.05.2003, 15:59   #73
Ibykus
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Beiträge: 13.065
Posting

Dossier: Wohin treibt Deutschland? Ein Blick in die Zukunft

Es war einmal ein Land, das hatte die stärkste Armee weit und breit, die besten Schulen und Universitäten, eine kleine, hocheffiziente Verwaltung, wenige und einfache Gesetze. Es hatte eine Börse, an der die Aktien immer dann stiegen, wenn die Arbeitslosigkeit zurückging, und fielen, wenn sie zunahm. Dies bei einer Arbeitslosenquote zwischen 2 und 3%. Es hatte einen Kapitalmarkt, auf den man unbesorgt auf Sicht von 30 Jahren in Anleihen investieren konnte und dabei keine Kaufkraftminderung riskierte, denn das Geld blieb auch in der nächsten Generation stabil.

In diesem Land stiegen die Exporte, wuchs die Wirtschaft, die Löhne und Einkommen nahmen stetig zu, der Mittelstand florierte, ein gelernter Maurer konnte mit drei Wochenlöhnen die gesamte Jahresmiete seiner Wohnung zahlen. In diesem Land wurden Gesetze, auch Steuergesetze, für Generationen gemacht. Und der Staatsanteil am Sozialprodukt - das ist das Erstaunliche - erreichte gerade einmal 14%.



Was ich Ihnen eben erzählt habe, ist kein Märchen. Dieses Land gab es wirklich. Es war das deutsche Kaiserreich vor 1914. Die statistischen Angaben beziehen sich auf das Jahr 1912. Es war die freieste Gesellschaft, in der die Deutschen je lebten. Frei, weil das Kaiserreich souverän war, weil Rechtssicherheit herrschte, weil der Staat das Eigentum respektierte.

Einige wenige Dinge sind seitdem gleich geblieben, das meiste aber hat sich radikal geändert.

Gleich geblieben ist die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft und ihre weltweite Spitzenstellung in den Schlüsselindustrien Chemie und Werkzeugmaschinenbau. Und gleich geblieben ist auch die Struktur des deutschen Außenhandels. Schon damals gingen 75% der deutschen Exporte nach Europa, wobei der osteuropäische Anteil größer war als heute. Aber dieser wird in den kommenden Jahren seinen früheren Stand wieder erreichen. Es stimmt wirklich: schon damals herrschte reger Handel in Europa, und zwar bei freiem Kapitalverkehr. Nur brauchte man dafür keine EU, keine Bürokratie in Brüssel und erste recht keine deutschen Milliardenzahlungen in eine europäische Gemeinschaftskasse.

Heute haben wir statt des Goldstandards eine europäische Zwangswährung, von der niemand sagen kann, wie lange sie hält und was sie in Zukunft wert sein wird. Heute haben wir einen Staatsanteil von rund 50%, und das Geld reicht den Herrschenden trotzdem nicht. Heute haben wir eine offizielle Staatsschuld von 1,2 Billionen Euro bei einem jährlichen Volkseinkommen von 1,5 Billionen Euro (Stand 2001) - eine Staatsschuld, die um ein Vielfaches höher ist, wenn der Staat ordentlich bilanzieren und die ungedeckten künftigen Sozialleistungen in seine Bilanz einstellen würde.

Ein anderes Kuriosum besteht darin, daß sich dieser finanziell klamme Staat seit vielen Jahren Subventionen an das Ausland, vor allem an die EU, leistet, die weit über 30 Milliarden Mark per annum liegen, die faktisch aus dem Außenhandelsüberschuß Deutschlands aufgebracht werden und die dafür sorgen, daß das deutsche Auslandsvermögen seit 10 Jahren zurückgeht.

Warum habe ich Ihnen die Geschichte aus der Kaiserzeit, die kein Märchen ist, erzählt?

Zum einen, weil wir unsere heutige Situation nicht als selbstverständlich und alternativlos ansehen dürfen.
Zum anderen, weil wir begreifen müssen, daß die Geschichte immer wieder große Brüche produziert, daß es gefährlich ist, von der Gegenwart auf die Zukunft zu schließen. Wer hätte schon 1912 geahnt, daß die geordnete und scheinbar festgefügte Welt des kaiserlichen Deutschland zwei Jahre später in einem grausamen, sinnlosen Krieg untergehen würde.

Ich werde Ihnen jetzt sieben Prognosen für die Zeit bis 2010 vortragen und mich dabei nicht auf Deutschland beschränken, denn unser Land ist eingebettet in die Europäische Union, in die Weltwirtschaft und Weltpolitik.


Prognose 1: Die große Rezession in den USA kommt erst noch.

Immer noch gilt der Satz, daß die Wirtschaft unser Schicksal ist. Da die deutschen und europäischen Wirtschaftszyklen mehr oder weniger synchron mit den amerikanischen verlaufen, müssen wir unsere Prognosereihe mit einem Blick auf die größte Volkswirtschaft der Welt beginnen.

Selbstverständlich sind die großen amerikanischen Wirtschaftszyklen nichts anderes als Kreditzyklen. Solange die Kredite ausgeweitet wurden, wuchs die Wirtschaft. Sobald ihr Wachstum stagniert, sobald die Kredite zu schrumpfen beginnen, kommt es zu einer Rezession oder Depression.

Die Rede ist hier von den langen Zyklen. Nach 20 Jahren des Aufschwungs hat der amerikanische Wirtschafts- und Kreditzyklus sein Endstadium erreicht. Es wurde übrigens Mitte der 90er Jahre noch einmal künstlich verlängert, indem der Notenbankchef Greenspan massiv Liquidität, also frisches Geld, in das System pumpte.

Jetzt ist der gesamte Schuldenberg der USA mit 30 000 Milliarden Dollar so hoch wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dreier Jahre. Das ist mehr als zu Beginn der Großen Depression 1929.

Ein Drittel dieses Schuldenberges entfällt auf die privaten Haushalte. Die Achillesferse dabei sind die Hypothekenschulden, mit denen vor allem auch der Konsum finanziert wird. In den USA ist es nicht unüblich, daß ein Haus mit 100 bis 120% seines Marktwertes beliehen wird. 70% der Amerikaner haben einen Hypothekenkredit, 60% davon eine 90%ige Beleihung. Wenn die Immobilienpreise nicht mehr steigen (das kündigt sich bereits an) und anschließend sogar fallen, dann bricht das Kartenhaus zusammen. Die Konjunktur verliert ihre letzte Stütze. Normalerweise folgen die Hauspreise in Amerika dem Aktienmarkt mit einer Verzögerung von zwei Jahren.

Fazit: Wir müssen in den USA in absehbarer Zeit, spätestens ab 2004, mit einer schweren Rezession oder Depression rechnen, die dann auch auf Deutschland und Europa ausstrahlt.


Prognose 2: Die Börsenbaisse dauert zehn Jahre oder länger

Prognose 1 beinhaltet bereits, daß die Baisse am amerikanischen Aktienmarkt zwar durchaus einmal unterbrochen werden kann, aber noch lange nicht abgeschlossen ist. Der Zusammenhang ist zwingend: Bis 1995 stiegen die US-Schulden und der Aktienmarkt mehr oder weniger im Gleichklang, und das nominale BIP folgte nach. Das ist der normale Ablauf.

Ab 1995 öffnete sich die Schere ganz weit. Die Aktienkurse liefen den Schulden und dem Wirtschaftswachstum davon. Erst seit 2000 beginnt die Schere sich zu schließen. Aber: Um eine halbwegs normale Bewertung zu erreichen, müßten sich die amerikanischen Aktienindizes noch einmal halbieren. Das passiert normalerweise nicht in einem Zug. 1929 verlor der Dow Jones 37%, von 1930 bis 1932 81,8%.

Ein ähnlicher Absturz würde ohne jeden Zweifel auch die reale Wirtschaft mit in die Tiefe ziehen. Es ist völlig normal, daß die Malaise zuerst an den Finanzmärkten sicht-bar wird und von dort aus die reale Wirtschaft ansteckt. Deswegen ist es nebenbei bemerkt grundfalsch, auf Volkswirte zu hören, wenn man Aktien kauft. Umgekehrt ist es richtig: die Volkswirte sollten sich den Aktienmarkt anschauen, bevor sie Wirtschaftsanalysen erstellen.

Für den Aktienmarkt gilt dasselbe wie für die Wirtschaft: Amerika steckt Europa an. Damit droht auch der deutschen Börse - nach einer jederzeit möglichen Erholung von einigen Quartalen - eine lange Durststrecke, auch wenn einzelne Aktien schon jetzt nicht mehr teuer oder sogar preiswert sind. Eine Aktienhausse wie in den neunziger Jahren wird es in diesem Jahrzehnt nicht wieder geben. Die Höhe der Dividenden wird zu einem entscheidenden Kriteri-um für die Aktienanlage. In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg war es selbstverständlich, daß Aktien höher rentierten als Anleihen. Sie sind schließlich auch riskanter.


Prognose 3: Nach den Aktienmärkten trifft es die Devisenmärkte

Die drei Währungen, auf die es ankommt (Dollar, Euro und Yen) blieben bisher verschont, sind aber allesamt extrem krisenanfällig, und zwar aus verschiedenen Gründen.

Für den Yen-Crash sprechen die atemberaubende Staatsverschuldung und das damit verbundene Inflationspotential, das sich bisher im Markt für japanische Regierungsanleihen nicht im geringsten wiederspiegelt. Eine offene Frage ist, ob ein Kollaps der Japanese Government Bonds die Währung mit nach unten zieht, oder ob umgekehrt zuerst der Yen abstürzt. Daß der Tag der Abrechnung so lange auf sich warten läßt, hängt natürlich damit zusam-men, daß Japan der größte Gläubiger der Welt ist. Ich muß auch zugeben, daß das japanische System für westliche Beobachter schwer durchschaubar ist. Japan ist im Grunde eine gelenkte Wirtschaft, keine Marktwirtschaft.

Der Dollar-Crash ist eher leichter zu prognostizieren. Die USA haben ein jährliches Leistungsbilanzdefizit von rund 500 Milliarden Dollar. Das ist, bezogen auf das BIP, erheblich mehr als Anfang 1985 und weitaus mehr als Anfang der siebziger Jahre - also zu Zeiten, als schon einmal eine rasante Talfahrt des Dollars ausgelöst wurde.

Dieses Leistungsbilanzdefizit bedeutet, daß die USA mehr verbrauchen als sie produzieren, daß sie mehr investieren können als sie sparen, daß sie Tag für Tag weit über eine Milliarde Dollar importieren müssen - mit einem Wort, daß sie sich vom Rest der Welt finanzieren lassen.

Weil der Dollar Weltreservewährung Nummer 1 ist, kann das lange gut gehen - bis der Punkt erreicht ist, an dem das Ungleichgewicht nicht mehr tragbar ist, an dem der Rest der Welt nicht mehr mitspielt, an dem die USA selbst an einer Abwertung ihrer Schulden interessiert sind.

Wir müssen klar sehen, daß die Dollar-Hegemonie untrennbar mit der politischen und militärischen Weltherrschaft der USA verbunden ist. Seit der spanischen Vorherrschaft im 16. Jahrhundert, ja sogar seit den Zeiten des römischen Imperiums, wird der Abstieg einer Weltmacht immer begleitet von Währungsverfall, von Inflation und steigenden Zinsen. England, der Vorläufer der USA, war der letzte derartige Fall. Auch die USA werden letzten Endes diesem Schicksal nicht entgehen.

Nun zum Euro. In punkto Staatsverschuldung schneidet die Euro-Zone ungleich besser ab als Japan, in punkto Zahlungsbilanz besser als die USA. Nur handelt es sich bei der Euro-Zone weder um eine homogene Volkswirtschaft noch um einen optimalen Währungsraum. In Griechenland hat die Inflation schon wieder 3,6% erreicht, in Portugal ist die Produktivität nur halb so hoch wie in Deutschland, die Skandinavier haben ihre Staatshaushalte im Griff, die Deutschen und Franzosen nicht im geringsten.

Weil hier zusammengefügt wurde, was nicht zusammenpaßt, werden die inneren Widersprüche dieser künstlichen Euro-Konstruktion aufbrechen - noch in diesem Jahrzehnt. Die Spreads der Staatsschulden werden sich ausweiten, d.h. die Finanzmärkte werden je nach Bonität unterschiedliche Zinsen verlangen. Dann werden einzelne Euro-Länder Schwierigkeiten mit der Bedienung ihrer Schulden bekommen. Gut denkbar ist auch, daß das eine oder andere Land aus dem Euro wieder ausscheidet. Damit ist freilich erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts zu rechnen. Daß der Beitritt der osteuropäischen Länder zur Währungsunion den Euro nicht gerade stärken wird, bedarf keiner Erläuterung.

Über die Abfolge dieser drei programmierten Währungskrisen kann man streiten. Vielleicht kommt erst der Yen an die Reihe, dann der Dollar und zuletzt der Euro. Zeitweise kann das auch, wie in den dreißiger Jahren, die Form eines Abwertungswettlaufs annehmen.


Prognose 4: Der Stern Amerikas wird sinken.

Auch das römische Imperium hatte zum Zeitpunkt seiner größten militärischen Ausdehnung unter Kaiser Trajan den Zenit bereits überschritten. Noch ist Deutschland eine "unglückliche Kolonie", um einen amerikanischen Soziologen zu zitieren. Noch ist Europa ein "amerikanisches Protektorat", wie Brzezinski sich ausdrückte. Aber die Verselbständigung Deutschlands und Europas zeichnet sich bereits ab. Die Interessengegensätze werden deutlicher. Schließlich werden sich die Europäer fragen, warum mehr als ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende immer noch amerikanische Truppen auf ihrem Boden stehen. Auch Sinn und Zweck der Nato, die sich von einem Verteidigungsbündnis zu einem rein amerikanischen Herrschaftsinstrument entwickelt hat, wird hinterfragt werden.

Seit dem 11. September 2001 haben die USA einen Weg eingeschlagen, der abwärts führt - das jedenfalls ist die Lehre der Geschichte. Es handelt sich um einen Fall von "Imperial Overreach", von imperialer Überdehnung. Sie verzetteln sich. Sie sind politisch und militärisch an zu vielen Krisenpunkten engagiert. Sie vergessen, daß jedes Machtmonopol Widerstand provoziert - umso mehr, je länger es andauert.

Damit steigt die Kriegsgefahr weltweit. Kriege brechen aus, wenn eine Weltmacht ihre Position zu verteidigen müssen glaubt (wie England gegenüber Deutschland 1914). Sie brechen aber auch aus in Zeiten von Börsenbaisse und Depression (wie in den dreißiger Jahren).

Tatsächlich läßt sich seit 1894 ein ungefährer 30jähriger Zyklus nachweisen, der bisher immer mit einer schweren Rezession und kriegerischen Verwicklungen zu Ende gegangen ist.

Der aktuelle Zyklus begann 1980. Sein kriegs- und krisenanfälliges letztes Drittel hat 2001 begonnen und kann durchaus bis 2010 dauern.


Prognose 5: Der Sozialstaat in Deutschland wird insolvent.

Damit steht das System Bundesrepublik in diesem Jahrzehnt vor seiner größten Bewährungsprobe seit 1949. Aufgebaut ist der Umverteilungsstaat auf einer parasitären Bürokratie, auf wirtschaftlicher Unvernunft, auf Täuschung und Selbsttäuschung. Lassen Sie mich das kurz schildern:

* Zunächst ein Blick auf die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. 2001 hatte die öffentliche Hand in Deutschland Gesamteinnahmen von 951,5 Milliarden Euro und Ausgaben von 1009 Milliarden. Die größten Posten unter den Einnahmen waren Steuern mit 488,3 Milliarden und Sozialbeiträge mit 383,6 Milliarden. Letztere sind im Prinzip nichts anderes als verkappte Steuern.

* Der mit Abstand größte Posten auf der Ausgabenseite sind die Sozialleistungen mit 548,1 Milliarden. Wir sehen sogleich, daß die Sozialleistungen sowohl die Sozialbeiträge als auch alle Steuern, die in einem Jahr in Deutschland eingenommen werden, bei weitem übersteigen. Ein grotesker, unhaltbarer Zustand.

* Die Bereiche in Deutschland, die privatwirtschaftlich organisiert sind, funktionieren in der Regel trotz permanenter staatlicher Behinderung. Die Bereiche, die planwirtschaftlich organisiert sind, funktionieren nicht. Das gilt für Rentenversicherung und Gesundheitswesen. Was sich hier entwickelt hat, ist ein Monstrum. 1957 noch machten die Sozialbeiträge 23,8% vom Bruttolohn aus, heute sind es 41%. Parallel zu diesem parasitären Wachstum wucherte der Steuerstaat. Schätzungsweise 70% der weltweiten Steuerliteratur ist auf deutsch! Trotz der Einführung von Computern ist die Personalstärke dieser Bürokratie um ein Vielfaches gewachsen. Die Bundesanstalt für Arbeit hat 86 000 Beschäftigte - davon sind nur 10% in der Arbeitsvermittlung aktiv. Auf 300 000 Mediziner in Deutschland kommen 145 000 Angestellte der Krankenkassen. 40% der Aufwendungen für staatliches Wohngeld gehen für die Verwaltung verloren. Diese riesige Bürokratie hat längst auch die Parlamente unter ihre Kontrolle gebracht. Im Bundestag sind die Gewerkschaftsfunktionäre, Bürokraten und Berufspolitiker unter sich. Die Wahlen sind zu Ritualen verkommen, die der Perpetuierung des bürokratischen Herrschaftssystems dienen.

* Die Wähler werden getäuscht und lassen sich täuschen. Nicht einmal die einfachsten Zahlen stimmen. Z.B. wird uns erzählt, daß das Rentenniveau bis 2030 von 70% des letzten Nettogehaltes auf 67% absinken werde. Das klingt harmlos, es bezieht sich freilich auf die rein theoretische Eckrente. In Wirklichkeit bekommen die Haupteinkommensbezieher (von denen mit kleinem Einkommen gar nicht zu reden) schon heute im Durchschnitt nur noch 59% ihres letzten Nettoentgeltes. Die Methoden, mit denen gearbeitet wird, heißen Intransparenz und Angst. Der Umver-teilungsstaat wird bewußt undurchsichtig gehalten, Kostenrechnungen sind schon wegen der ständigen Quersubventionierungen kaum möglich. Die Politiker nähren die Illusion, daß das System mehr ausspuckt, als vorher hineingesteckt wurde.

* Weil die Leute Angst haben, glauben sie, sie bräuchten die Politiker. Dabei sind diese fast nur noch mit der Scheinlösung oder Verschleppung selbst geschaffener Probleme beschäftigt - und ziehen eben daraus den Nachweis ihrer Existenzberechtigung. Das beste Konjunkturprogramm wäre ein Sabbat-Jahr für sämtliche Politiker.

Wann wird das System auf Grund laufen? Langfristig muß es scheitern, weil aus demographischen Gründen die Steuer- und Beitragszahler im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung immer weniger werden. Die verheerenden Folgen des Geburtendefizits sind seit langem bekannt, wurden aber in unverantwortlicher Weise ignoriert. Bis 2010 wird die Bevölkerung (ohne Zuwanderung) um 2,5 Millionen abnehmen, danach beschleunigt sich der demographische Zusammenbruch rasant. Bis 2040 wird die Bevölkerung um 18 Millionen geschrumpft sein. Das ist mehr, als heute in den neuen Bundesländern leben.

Viel schlimmer und tödlich für den Umverteilungsstaat ist die Alterung. Bis 2040 geht der erwerbsfähige Teil der Bevölkerung um 16 Millionen zurück. Daß diese Lücke auch nur zu einem nennenswerten Teil durch Einwanderer geschlossen werden kann, ist eine glatte Lüge.

Zugegeben, die demographische Katastrophe wird den Umverteilungsstaat in diesem Jahrzehnt noch nicht mit voller Wucht treffen. Das akute, mittelfristige Problem liegt im miserablen Wirtschaftswachstum und den damit verbundenen Steuerausfällen.

Wenn meine Prognose stimmt, daß die Konjunktur das ganze Jahrzehnt über im Trend schwach bleibt, dann droht dem Sozialstaat schon in diesem Jahrhundert die Insolvenz.

Was passiert dann? Massive Steuererhöhungen werden zwar versucht, greifen aber nicht mehr, weil sie unter dem Strich zu einer Minderung, nicht etwa zu einer Verbesserung, der Steuereinnahmen führen würden. Ein Zusammenhang, den die bekannte Laffer-Kurve bestens erklärt.

Andere Möglichkeit: Ein radikaler Umbau des Umverteilungssystems. Dazu müßten vorher dessen Machtstrukturen gebrochen werden, vor allem das Gewerkschaftskartell. Daß eine amtierende Gewerkschaftsregierung die Gewerkschaften entmachtet, ist wohl ein bißchen viel verlangt.

Bleibt als vorläufiger Ausweg eine Kombination von Sozialkürzungen, Neuverschuldung und Inflation. Die Schulden steigen dann nominal, aber nicht unbedingt real, weil sie gleichzeitig entwertet werden. Geopfert wird dabei der Geldwert. Das ist im Prinzip machbar, seitdem mit dem Euro die Konkurrenz der Währungen in Europa abgeschafft wurde.


Prognose 6: Die Ära der 68er Geht zu Ende

Damit kommen wir zum erfreulicheren Teil meiner Prognosen. Die Regierung, die seit 1998 an der Macht ist, rekrutiert sich ideologisch und personell weitgehend aus der Bewegung der 68er. Erst kam die Kulturrevolution, dann die Eroberung der Ämter. Die 68er sind kollektivistisch, anti-liberal, anti-Marktwirtschaft, anti-Familie, anti-christlich, multikulti, partiell anti-national, in jedem Fall aber pro-Staatsknete. Auch diese Generation altert, sie verliert in den kommenden Jahren die geistige Hegemonie, die sie Ende der neunziger mit dem sogenannten "Kampf gegen Rechts" noch einmal zementierten konnte. Sie wird selbstverständlich abtreten müssen. Vielleicht schon 2006, spätestens 2010. Dann schwingt das Pendel zurück zu konservativen, nationalen und liberalen Positionen.

Wenn das Geburtendefizit erst einmal als Problem Nummer 1 erkannt ist, wird der Wert der Familie wieder entdeckt. Außerdem gilt: Je älter die Bevölkerung, desto größer der Stellenwert der Inneren Sicherheit. Je diffuser und anonymer die EU, desto attraktiver die Nation. Und je weiter wir uns vom 20. Jahrhundert entfernen, desto wirkungsloser wird das Erpressungspotential der deutschen Vergangenheit.

Es gibt wohl kaum eine bessere Symbolfigur für die Ineffizienz des Linkskartells, als den Berliner Bürgermeister Wowereit - eine narzißtische Null, die mit der Leitung einer konkursreifen Stadt beauftragt wurde. Solche Figuren sind Auslaufmodelle.


Prognose 7: In Deutschland entsteht ein anderes Parteiensystem.

Die Überlegung ist einfach und einleuchtend: Wenn sich Volksmeinung und Parteiensystem nicht mehr decken, dann ändert sich in einer Demokratie nicht das Volk, sondern das Parteiensystem.

Nach einer Allensbach-Umfrage von Anfang 2002 ordnen sich 30% der Deutschen im politischen Spektrum als rechts ein, 31% als links, 36% als Mitte. (Interessant am Rande, daß die Sozialdemokratie im Reichstag von 1912 mit 34,8% nur wenig schwächer war als heute.) Dem Meinungsspektrum entspricht die heutige Parteienlandschaft nicht im geringsten. Der rechte Flügel fehlt. Daß er fehlt, hat nicht zuletzt mit der kulturzerstörenden Hegemonie der 68er zu tun. Sobald diese schwindet, kommt Bewegung in die politische Landschaft.

Denkbar ist, daß die prinzipiell opportunistische CDU dem neuen Zeitgeist folgt, daß sie wieder einen konservativen und nationalliberalen Flügel herausbildet und damit auch das rechte Spektrum abdeckt. Das wäre die hessische Lösung, der nächste Bundeskanzler hieße Roland Koch. Mit Angela Merkel ist das nicht zu machen. Sie ist ein Produkt der Ära Kohl und repräsentiert die "letzte Schwundstufe des Konservatismus".

Einen ersten mutigen Vorstoß zur geistigen Wende in der CDU machte der Bundestagsabgeordnete Axel Fischer in einem Interview mit der Zeitschrift Der Selbständige. Er verlangte die Entideologisierung und Enttabuisierung der politischen Debatte und die Überwindung der politischen Korrektheit. "Die Alternativen heißen: Freiheit oder Sozialismus, Pioniergeist oder Vollkaskomentalität, Eigenverantwortung oder Staatsveranwortung, Marktwirtschaft oder Bürokratie."

Nicht völlig auszuschließen ist auch eine Entwicklung à la Österreich, d.h. die Metamorphose der FDP zu einer nationalliberalen Volkspartei. Dazu gab es 2002 erste Ansätze. Aber auch dies ist ein Generationenproblem. Zumindest ist die FDP eine Option, auf die man achten sollte.

Vorstellbar ist auch die italienische Lösung, nämlich das Entstehen einer neuen bürgerlichen Partei, die sich national und liberal präsentiert. Eine kollektivistische Bewegung, die sich national und sozialistisch zugleich gibt, wird in Deutschland keine Chancen haben. Alle populistischen und rechten Parteien, die in den letzten Jahren in Europa Erfolg hatten, sind marktwirtschaftlich und freiheitlich orientiert.

Meine Grundüberlegung ist, daß das herrschende Parteienkartell in der Wirtschaftspolitik, in der Steuerpolitik, in der Bevölkerungspolitik, in der Ausländerpolitik (um nur die wichtigsten Felder zu nennen) versagt hat, daß es reformunfähig ist und daß dieses Versagen in den kommenden Jahren offenkundig werden wird. Dann wird die Öffentlichkeit nach einem Kabinett der Fachleute rufen. In der Politik ist es wie in der Wirtschaft: man kann die Realität nur eine Zeitlang ignorieren, man kann die Bilanzen nur eine Zeitlang fälschen, man kann nicht permanent von der Substanz leben.

Soweit der Versuch eines Blicks in die Zukunft. Dabei ist das worst-case-Szenario, d.h. das Szenario des schlimmsten Falls, noch nicht berücksichtigt. Es orientiert sich an den dreißiger Jahren. Es setzt voraus, daß das Sozialprodukt nicht für ein paar Quartale, sondern für einige Jahre zurückgeht. Dann würde die Steuerbasis schlicht und einfach wegbrechen, die Sozialleistungen müßten brutal gekürzt werden, die politische Szene würde sich radikalisieren, die Kriminalität würde explodieren, innere Unruhen (auch von Seiten des Millionenheeres arbeitsloser Ausländer) würden ausbrechen, die Bundeswehr müßte eingesetzt werden, die EU könnte samt Euro auseinanderbrechen. Ein solches Szenario mag unwahrscheinlich sein, wir müssen es aber vorsichtshalber in unsere Zukunftsplanung einbeziehen.

Wie auch immer, vor uns liegen Jahre der Entscheidung. Gefragt ist wieder einmal die Regenerationsfähigkeit des deutschen Volkes.


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Effenbergs Buch mit 250 000 Exemplaren gestartet - bald auch Maler?

Berlin (dpa) - Die mit großem Medienrummel angekündigte Autobiografie von Stefan Effenberg ist am Donnerstag in einer Erstauflage von 250 000 Exemplaren erschienen. «In diesem Buch ist jedes Wort wahr, das garantiere ich allen, die sich vorher schon aufgeregt haben», sagte der Fußballer bei der Präsentation in einer großen Berliner Buchhandlung, wo er auch Exemplare signierte. Dabei deutete er schon weitere künstlerische Pläne an. Er fühle sich auch zur Malerei hingezogen, seine erste Ausstellung sei für 2004 in Hamburg geplant.

«Ich hab's allen gezeigt» (19,90 Euro, 320 Seiten) wird nicht nur in Buchläden angeboten, sondern auch in Supermärkten, bestätigte der Aufbau-Verlag in Berlin. Am Mittwochabend hatte der 34-Jährige in der RTL-Champions League-Sendung versichert, sein Buch sei keine Abrechnung - obwohl darin harte Worte über ehemalige FC Bayern- Teamkollegen wie Lothar Matthäus fallen.

«In diesem Buch ist jedes Wort wahr, das garantiere ich allen, die sich vorher schon aufgeregt haben. Wenn einer das Buch gelesen hat und dann noch anderer Meinung ist, bin ich für jede Kritik offen», sagte der Fußballprofi in Berlin. Momentan kümmert er sich um seinen Umzug von Wolfsburg nach Miami. An dem Buch habe er mit seinem PR- Berater Jan Mendelin acht Monate lang gearbeitet. «Die Idee kam mir in Wolfsburg, da hatte ich viel Zeit und mir war oft langweilig», merkte Effenberg über seine letzte Station in der Fußball-Bundesliga an. Über seine Zukunft hat er noch nicht entschieden: «Ich habe ein gutes Angebot aus Katar vorliegen. Entweder gehe ich noch zwei Jahre dort hin, oder ich höre auf. Das entscheide ich in den nächsten zehn Tagen.»

Die Ähnlichkeit seines Buches zu dem Werk von Popmusiker Dieter Bohlen sei ihm bewusst, gab Effenberg zu. «Das ist übrigens das letzte Buch, was ich gelesen habe. Vor zwei Wochen habe ich mich mit Dieter Bohlen getroffen, wir haben uns lange und sehr nett unterhalten.» Ansonsten beschränke sich sein Literaturbedürfnis gegenwärtig auf Kinderbücher. «Ich habe meinen Kindern viele Bücher vorgelesen», sagte der Familienvater.

Zur Vermarktung von «Ich hab's allen gezeigt» hatten der Aufbau- Verlag und die Autoren eine PR-Maschinerie in Gang geworfen, die auch schon bei Dieter Bohlens Buch «Nichts als die Wahrheit» zum Erfolg geführt hatte. So druckte die «Bild»-Zeitung bereits seit vergangener Woche exklusiv Auszüge. Am Donnerstag sei die Startauflage von 150 000 auf 250 000 Exemplare erhöht worden, teilte der Verlag mit. Es gebe bereits 125 000 Vorbestellungen. Angeblich hätten Mitarbeiter auch Bestechungsangebote für ein Vorab-Exemplar von bis zu 10 000 Euro erhalten.

© WELT.de


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Alt 10.05.2003, 17:12   #75
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iby hat den thread mit einem guten beitrag wieder nach oben gebracht! danke
der zweite artikel war aber für´n arsch

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