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Alt 23.04.2006, 03:38   #1
mfabian
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Registrierungsdatum: Mar 2003
Beiträge: 3.691
Standard Endspiel oder "Reise nach Jerusalem"

Ihr kennt das Spiel "Reise nach Jerusalem"? 8 Kinder laufen um einen Kreis bestehend aus 7 Stühlen. Wenn die Musik aufhört zu spielen, müssen alle einen Stuhl finden. 7 Kinder sind erfolgreich, eines scheidet aus. Ein Stuhl wird entfernt und das Spiel geht weiter.

Übertragen auf die Finanzmärkte zweifle ich allerdings daran, dass 7 Stühle vorhanden sind. Vielleicht 1 Stuhl pro 10 Anleger? und die meisten sind sich nicht einmal bewusst, dass sie die "Reise nach Jerusalem" spielen.

Bei der Reise nach Jerusalem in der Realität - oder dessen, was wir dafür halten - spielt Geld die massgebende Rolle.
Mit "Geld" meine ich bunt bedruckte Papierscheine, deren Wert eine Call-Option auf unser Vertrauen ins globale Finanzsystem darstellt.

Denn heutiges Geld ist durch nichts und niemanden gedeckt. Es bewertet sich rein nach dem psychologischen Vertrauen, das wir in unsere "Währung" haben. Wer das nicht glaubt, möge seine Zweifel @sit oder @Förster in diesem Forum posten und zuvor diesen Artikel lesen.

Doch der Reihe nach:

Das Problem ist zum grössten Teil unsere Sichtweise. Wir bewerten alles um uns herum in Papiergeld. Den Preis eines Hauses, einer Aktie, eines Liters Benzin, einer Unze Gold usw.

Sinkt eine Währung gegenüber der anderen, nehmen wir dies wahr und sprechen davon, dass Währung A gestiegen oder Währung B gesunken ist.

Sinken aber beide Währungen parallel, so nehmen wir dies nicht mehr wahr. Oder doch? Ja, wir erkennen dies daran, dass wir mehr bedrucktes Papier auf den Tisch legen müssen, um Rohstoffe oder Lebensmittel zu kaufen.

Wem das jetzt zu theoretisch wird, dem kann ich dies gerne plastisch vor Augen führen:

Dieser Chart ist wohl allen geläufig. Es ist der Verlauf des Dow Jones der letzten drei Jahre in Dollar gerechnet:



Betrachten wir diesen Chart, ist die Welt in Ordnung: Ein Bullenmarkt, wie er schöner kaum sein könnte.

Stellen wir den Verlauf des Dow aber nicht in Dollar sondern in Gold dar (= wieviele Unzen Gold muss ich bezahlen, um den Dow zu kaufen), dann sieht's schon ganz anders aus:



Was sagen uns diese Grafiken?

Die erste sagt uns, dass der Dow in Dollar gestiegen ist.
Die zweite sagt uns, dass der Dow in Gold gesunken ist.
Dass der Dollar gegenüber Gold stark an Wert verloren hat, ist allgemein bekannt.

Dollar und Dow haben gegenüber Gold an Wert verloren. Der Dow allerdings schwächer als der Dollar.

Soweit so gut. Beunruhigt uns das aber? Nein, tut es nicht, denn wir bewerten - wie gesagt - die Welt in Dollars.

Sollte es uns beunruhigen? Ja, sollte es. Wenn das Schiff, auf dem man steht sinkt und man es nicht merkt, weil man nie weiter als bis zur Reling blickt, läuft man Gefahr, unterzugehen.

Dann gibt es jene Kassandras, die das nahe Ufer betrachten und sehen, dass die Felsen in der Brandung (Gold) steigen. Aber steigen die Felsen oder geht das Schiff (Dollar) unter?
Mit dieser Beobachtung wird sich Kassandra einen Platz im nächsten Rettungsboot sichern und von dort aus amüsiert zusehen, wie sich die übrigen Passagiere darüber streiten, ob man die Liegestühle an Deck auf der linken oder rechten Seite aufstellen soll (= ob man Intel oder GM kaufen soll). Spielt das überhaupt eine Rolle, wenn das Schiff untergeht?

Der Vergleich mag übertrieben erscheinen. Wenn wir das Schiff als "die Wirtschaft allgemein" betrachten, dann wird es nicht untergehen. Zumindest hoffen wir das alle.

Was allerdings untergehen wird ist unser Finanzsystem wie wir es kennen. In den letzten 35 Jahren hat der Dollar rund 95% seines Wertes verloren. Damals bekam man für $35 eine Oz Gold. Heute muss man dafür fast das 20fache hinblättern. Es ist also nicht etwa so, dass Gold, Silber und alle anderen Rohstoffe im Preis steigen sondern vielmehr so, dass das unkontrollierte Drucken von Papierwährungen nun allmählich Auswirkungen zeigt. Der Verfall des Dollars - auch bekannt als Anstieg der Rohstoffpreise - hat also weniger mit dem nahenden Iran-Krieg zu tun sondern vielmehr mit einem zunehmend spürbaren Vertrauensverlust in Papierwährungen allgemein und den Dollar im Speziellen.

Die Menge der wöchentlich gedruckten Dollars ist bekannt als Geldmenge M3. Wie die meisten von uns wissen, wird M3 seit dem 23.3.2006 nicht mehr publiziert? Warum? Warum will uns das Fed nicht mehr darüber informieren, wieviele Dollars es jede Woche druckt?

Die Vermutung liegt nahe, dass die Vorbereitungen für den Iran-Krieg - und dazu zählen auch die enormen Investitionen in Öl und Benzin, um die Kriegslager der USA aufzufüllen - mit frisch gedruckten Dollars finanziert werden sollen. Hier will man wohl eine Verkaufspanik vermeiden, indem die neu gedruckte Geldmenge verschwiegen wird. Andererseits ist gerade auch das, das Verschweigen, ein Grund zum Misstrauen.

Die daraus resultierende Schlussfolgerung lautet, dass Papiergeld zwar nach wie vor ein geeignetes Tauschmittel ist, nicht aber ein Mittel zur
Wertaufbewahrung. Wer grössere Bargeldbestände sein Eigen nennt oder Obligationen, wird unweigerlich hohe reelle Verluste erleiden, wenn der Dollar und in der Folge das globale Finanzsystem, kollabiert. Dies gilt nicht nur für Bonds unter der eigenen Kontrolle sondern auch für Einlagen in Renten und Pensionskassen. Alles in allem hat z.B. die Schweiz Kredite an die USA in Höhe von $190 Mrd. ausstehend. Dieses Geld werden wir zum grössten Teil abschreiben können.

Aber gibt es irgend einen Schweizer, der deswegen auf die Barrikaden geht und verlangt, diese Dollar-Kredite einzufordern?

Es kommt noch schlimmer: In den letzten 3 Jahren hat die Schweizer Nationalbank etwa die Hälfte des Schweizer Goldschatzes gegen Dollars verkauft. Eine Tonne pro Tag!
Nach derzeitigem Goldpreis in Dollar hat die SNB damit für das Schweizer Volk einen Verlust von rund $11 Mrd. erwirtschaftet.

Doch geht irgend jemand auf die Barrikaden? Wenn ein privater Fonds Kundengelder in dieser Grössenordnung verpulvern würde, würde man ihn wohl mit Schimpf und Schande an die Wand stellen. Doch unsere SNB-"Profis" dürfen getrost weitermachen.

Andere westliche Länder sind sogar noch dümmer als wir Schweizer: Deutschland beispielsweise hat praktisch sein ganzes Gold den Siegermächten übergeben. Die Bundesbank hält vermutlich (effektive Zahlen werden nicht veröffentlicht) nur noch geschätzte 80 Tonnen Gold. Auf dem Papier sind es über 2000. Dieses Gold, das dem deutschen Volk gehört und nach dem Krieg mühsam und mit Schweiss erarbeitet wurde, ist unwiderruflich verloren.

Wir können grundsätzlich behaupten, dass die Menge des weltweit verfügbaren Goldes konstant ist. Denn Gold ist zu wertvoll als dass es - wie Silber - in der Industrie eingesetzt und verbraucht würde. Es kommt sogar jedes Jahr noch neu gefördertes Gold hinzu.

Interessant ist die Beobachtung, welche Länder ihr Gold verlieren und welche mehr Gold gewinnen.

* Westeuropa zählt zu den Verkäufern. Jenen, die so dumm sind, das wertvolle Gold gegen bunt bedruckte Papierscheinchen einzutauschen.
* Die USA sind neutral. Sie sind so clever ihren Goldschatz zu halten. Vermehren ihn aber auch nicht.
* Intelligent sind die Araber und Asiaten (vor allem Inder), die ihre überschüssigen grünen Papierscheinchen gegen Gold eintauschen.

Dies ist übrigens einer der Gründe, weshalb ich nach Dubai auswandere. Wenn es zur Finanzkrise kommt, werde ich da sein, wo das Gold ist.

Und selbst, wenn es zu keiner Finanzkrise kommt, wirkt die Philosophie von Förster: Solange das Spiel mit Papier und Derivaten noch läuft, lässt sich bequem an der Börse Geld verdienen. Die Überschüsse lassen sich derzeit noch problemlos gegen Gold und Silber eintauschen. So what?

Spielen wir das Lied des Teufels. Tanzen und pfeifen wir nach seiner Melodie solange sie spielt. Aber wie bei der "Reise nach Jerusalem" müssen wir darauf bedacht sein, einen Stuhl zu finden, wenn die Musik aufhört zu spielen. Andernfalls laufen wir Gefahr, mit mehr Wucht auf die Nase zu fallen, als wir uns in unserer Blauäugigkeit derzeit träumen lassen.

Höre ich hier die Frage, weshalb der Dollar, unser Finanzsystem, überhaupt kollabieren sollte?

Nun, darüber wurde hier in diesem Forum in den letzten Jahren soviel geschrieben, dass ich mich mit einer Kurzzusammenfassung begnügen kann:
Wenn die Geldmenge stärker steigt als die Wirtschaft, führt das zwangsläufig früher oder später dazu, dass Geld gegenüber Rohstoffen, Waren und Dienstleistungen entwertet wird. Denn eine Staatsbank kann zwar über Nacht ein paar Milliarden Währungseinheiten produzieren, nicht jedoch eine Tonne Weizen oder eine Unze Silber.
Und es ist unbestreitbar, dass die Wirtschaft in den letzten Jahren nicht so steil gestiegen ist wie die Geldmenge:



Wer darüber mehr lesen möchte, möge sich an einem meiner folgenden geistigen Ergüsse erfreuen:
http://www.boersenportal.ch/forum/viewtopic.php?t=31
http://www.boersenportal.ch/forum/viewtopic.php?t=33

---

Ok, gucken wir Charts aus Försters Börsenübersicht

DAX



In -Währung gerechnet immer noch im Bullenmodus. Etwas Luft nach oben ist noch bis 6200 vorhanden, bevor eine Korrektur auf 5900 einsetzen dürfte.


Dow Jones



Der sieht kurzfristig etwas weniger toll aus: MACD hat eine bärische Divergenz (sprich: die Kraft des Aufwärtstrends lässt nach) und Slow hat bereits auf sell gedreht.
Langfristig ist aber alles noch in Butter.

Ich schätze mal, dass der Dow in Richtung 11'100 korrigieren wird, bevor die nächste Aufwärtswelle uns in Richtung 11'500 trägt.


SILBER
... befindet sich in einem exponentiell steigenden Bullenmarkt.



Dass eine Korrektur folgen müsste, war so sicher wie das Amen in der Kirche. Das Problem dabei: Wir wussten nicht, ab welchem Niveau die Korrektur uns treffen und wie tief sie uns führen würde (frei nach Kosto8).

Mit der Lupe von 10 Tagen sehen wir die Korrektur vom 20. April sehr deutlich:



Ein Intraday-Crash um immerhin 17%.

Das Erstaunliche ist aber nicht dieser Crash sondern der Wendepunkt, der mit $11.65 relativ hoch lag. ich persönlich habe den Wendepunkt in Gegend der GD50 von 10.82 oder sogar um die GD200 von derzeit 8.61 erwartet.

Von den meisten Analysten wurden Vergleiche mit April und Dezember 2004 angestellt: Damals crashte Silber jeweils auf seine GD50. Diesmal erfolgte die Wende (soweit wir das bis jetzt beurteilen können!!!) weit oberhalb:



Bei Gold sieht das Bild ähnlich aus, wenn auch nicht so extrem.

Und was sagt uns das?
Nun, erstens, dass sich die Anleger nicht mehr so ohne weiteres von den Big-Boys der COMEX verarschen lassen.
Zweitens, dass wir uns in Phase II der Edelmetall-Hausse befinden (vgl. http://www.boersenportal.ch/forum/v...ight=phase#1425 )
Drittens, dass - siehe oben - das Vertrauen in den Dollar nachlässt und vermehrt physisches gefragt ist.


Dollar-Index


Der Dollar hatte letztes Jahr eine Korrektur-Rally bedingt durch die Zinserhöhungen in den USA. Nun, da dieser Vorteil wegfällt, nimmt der Dollar langsam wieder den Weg in Richtung seines inneren Wertes auf. Wir sind zwar noch weit entfernt von den Tiefständen um Januar 2005 aber es gibt nicht viel, das dagegen spricht, dass der Dollar die Geschwindigkeit seiner Talfahrt beschleunigen wird.

Die Gefahren rund um den Dollar sind hinlänglich bekannt. Stellen wir die Gegenfrage: Was könnte Anlass sein, dass die Nachfrage nach Dollars stärker steigt als das Angebot? Werden wir jemals eine Situation sehen, in der der Dollar als knappes Gut betrachtet wird und demnach im Preis steigt?

Wohl kaum: Der Dollar definiert seine Berechtigung als Welt Leitwährung einzig und alleine durch den Fakt, dass Erdöl exklusiv in Dollars abgerechnet wird. Und dieses Monopol ist bereits am Bröckeln.

Immer daran denken: Der Dollar ist nichts anderes als eine unbefristete Call-Option auf Dein Vertrauen ins amerikanische Finanzsystem!


Erdgas
Einer meiner Favoriten, derzeit, in den ich dank Syracus ( ) noch rechtzeitig eingestiegen bin:




Meine Meinung zu Gas habe ich hier genauer begründet.

----------------------

Fazit:

Was also fangen wir mit den obenstehenden Erkenntnissen an?

Wie ich in zahllosen Baccardi-Cola verseuchten Nächten mit Förster gelernt habe, ist es zwar unbestritten, dass unser Finanzsystem über kurz oder lang den Bach runter geht und jene am besten dastehen werden, die über physisches Gold und Silber verfügen. Aber dennoch lässt sich das Spiel der "Reise nach Jerusalem" noch getrost fortsetzen, solange die Musik spielt.

Konkret: Wir dürften zwar einen Einbruch im Dow gegen 11'100 erleben und diesen auch mit Shorts traden aber solange die Musik spielt, können wir getrost danach den Trend nach oben auf 11'500+ traden.

Und solange die Titanik nicht gesunken ist, können wir uns auch an der profitablen Diskussion um das Arrangement der Liegestühle an Deck der Titanik beteiligen. Ob wir dabei auf Allianz, ABB, Morphosys, Daimler, Nokia oder GM setzen, soll jedem selbst überlassen bleiben.

Dabei aber bitteschön immer die Ohren spitzen und aufpassen, ob die Musik noch spielt. Was konkret bedeutet: Beachtet die Zinsen am langen Ende und die Immobilienverkäufe/preise in den USA. Denn von dort her wird uns der Knall treffen, der die Musik zum Schweigen bringt!

Es ist richtig, dass langfristig nur physische Edelmetalle Sicherheit bedeuten. Dennoch lässt sich der Papier-Markt auch heute noch profitabel traden.

Es ist richtig, dass eines Tages Derivate nicht mehr bedient werden. Aber solange man die Gewinne regelmässig rausnimmt und in Physisches umwandelt, spricht nichts gegen Futures, Zertis und Optionsscheine.

Spielen wir also die Reise nach Jerusalem. Achten wir aber immer auf den nächsten freien Stuhl und die Musik.

Wann wird die aufhören zu spielen?

Keiner weiss es. Einige Leute in diesem Forum rechnen noch dieses Jahr mit einer globalen Finanzkriese. Alan Greenspan schätzt, dass das Finanzsystem noch bis 2007 durchhält. 99.9% der Kleinanleger rechnen damit, dass das Finanzsystem noch ewig durchhält.

Aber eben, Kleinanleger liegen immer falsch.

In diesem Sinne wünsche ich happy trades für die kommenden Wochen und Monate und hoffe Ihr sichert Euch für den kommenden Sturm ab.

Marcus Fabian
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Alt 23.04.2006, 07:31   #2
Sit
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Hallo mfabian, mal wieder eine brilliante Analyse.

Ich habe in letzter Zeit einige Stimmen gehört, die sich dieser Reise zwar bewußt sind, aber erst wenn denn eine Krise kommt den sicheren Rettungsanker werfen wollen.

Das wird bestimmt spannend. Um in deiner Parabel zu bleiben. Was bitte ist denn Hyperinflation in einer Währung, die nur noch aus Vertrauen und immer weniger aus realen Wert besteht?

Dann ist das Vertrauen ein Informationsträger. Und wenn viele Menschen kein Vertrauen mehr haben, handeln sie zumindest realtiv dem entsprechend. Je mehr Leute also den Rettungsanker werfen, also z.B. Gold oder Silber kaufen oder es schnell wieder ausgeben, so höher dürfte die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes werden. Denn Geld, welches seine Funktion als Wertaufbewahrungsmittel verliert, muss schnell ausgegeben werden, damit es wenigstens seinen Tauschwert behält. Ein gutes Bild war 1923 ein Arbeiter, der mit einer Schubkarre voller Milliarden Reichsmark ins nächste Geschäft eilen musste, um überhaupt noch etwas dafür zu bekommen, weil die Information "Vertrauen" stündlich schrumpfte, bis der Prozess zum erliegen kam, weil das Papier alle war oder teurer als der Kaufkraftwert einer Banknote.

Das alles ist sozusagen eine Self-Fulfilling Prophecy. Deren Ursache liegt aber nicht in dem aufkommenden Mißtrauen, sondern in der langjährigen mißbräuchlichen Fiat-Money-Geldmengenentwicklung.

Es ist also keine Frage, ob eine Hyperinflation kommt, sondern die hat schon lange stattgefunden, sie muss nur vollends entdeckt werden, das Schiff ist also eigentlich schon lange gesunken, es ist uns nur noch nicht bewußt.
Es kann allerdings auch eine Deflation geben, eine künstliche Verknappung des Geldes. Ben Bernanke ist ein Meister im Gebiet 1. Weltwirtschaftskrise. Die Ursachen für diese liegen angeblich im mythischen Bereich, weil bis heute sich die Gelehrten streiten, warum es zu dieser kam. Er bezeichnet diese Ursachensuche auch schon mal als die "Suche nach dem heiligen Gral der Wirtschaftswissenschaften."
Was für ein Unsinn. Sowohl die kreditinduzierte Geldmengenausweitung nach dem 1. Weltkrieg und die sog. goldenen Zwanziger als auch die anschließenden Krisenerscheinungen waren nicht zufällig entstanden, sodnern durch die Fed gesteuert. So als ob Bänker nicht wüßten, was passiert, wenn man eines Tages den Geldhahn über hohe Zinsen zudreht und man so "zufällig" an die Sicherheiten, sprich vor allem Gold, der Schuldner gelangte.

Eine Anlage in Sachwerte ist in jedem Fall die einzige Alternative, wie man, was auch immer kommen mag, gut überstehen wird. Die einzige Frage ist: Wie viel kostet es zur Zeit, mit Fiat Money irgendwelche Sachwerte zu kaufen. Immobilien in UK und USA sind also keine Alternative, viele Aktien auch nicht. Gold und Silber aber auf jeden Fall, da man die letzten Jahrzehnte den Preis dieser vormaligen Geldsuggorate künstlich niedrig gehalten hat, um selbst besser darzustehen. Deswegen bezweifel ich auch, ob in Fort Knox wirklich noch Goldreserven liegen. Es gibt IMO keinen einzigen Beweis dafür. NAtürlich auch nicht dagegen. Aber bei all den Lügen, die uns schon aufgetischt wurden, würde es mich eben nicht wundern, wenn es diesen sagenhaften Goldschatz noch geben sollte.
Gold war mal eine Zwischenstufe zur Erlangung von Macht in Dollar, heutzutage ist es ein Hindernis, nachdem der Goldstandard abgeschafft wurde.

So long.
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"Viele Wirtschaftswissenschaftler glauben an ihre Theorien, wie andere Menschen an ihre Religion glauben." John Mauldin
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Alt 23.04.2006, 08:03   #3
Kosto8
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Hallo mfabian

toller beitrag
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dieses system hat einen selbstzerstörungsautomatismus, der rest sind begleiterscheinungen und mosaiksteinchen
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Alt 23.04.2006, 08:07   #4
Sit
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Hier mal ein LTTE, der gut hier in den Thread paßt.

http://news.ft.com/cms/s/f283b228-d...00779e2340.html

How markets affect the value of gold
By David Ranson


Sir, Peter Bernstein's article about the break-out in gold prices ("The commodities binge will lead to indigestion", April 15/16) correctly warns of a rising price trend in commodities.

But he does not go far enough. He cites "gloom-mongers" who fear the "binge" is a sign that "any day now the dollar will go down the tube". Surely that is what has already happened! The dollar is a variable, while gold is the next best thing to a constant. Commodities form merely the vanguard of a general break-out in the prices of everything.

The trouble with Mr Bernstein's article, like most of the other recent articles concerning commodities in your newspaper, is he assumes gold prices are driven by supply, demand and/or changes in inventories.

He omits to mention that if the markets value the dollar less, the price of gold must rise in nominal terms regardless of these "real" considerations. It all makes much more sense if it is the currency that is changing and not the metal.

This would also explain why Mr Bernstein sees in the flow of private capital "no confirming signs of anxiety about the dollar".

Why should there be, since other currencies have been losing their gold values even faster than the dollar? It is paper money that is going down the tube, and on a worldwide basis.

David Ranson,

President and Head of Research,

H. C. Wainwright & Co,

South Hamilton, MA 01982, US
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Alt 23.04.2006, 08:08   #5
mama mia
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merci mfabian für neuen thread

Zitat:
Zitat von mfabian
.....Betrachten wir diesen Chart, ist die Welt in Ordnung: Ein Bullenmarkt, wie er schöner kaum sein könnte.

Stellen wir den Verlauf des Dow aber nicht in Dollar sondern in Gold dar (= wieviele Unzen Gold muss ich bezahlen, um den Dow zu kaufen), dann sieht's schon ganz anders aus.....


dazu vielleicht nochmals auch diesen Vergleich - Kauf"kraft" des US$

http://data.bls.gov/cgi-bin/cpicalc.pl


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http://www.derivatecheck.de/termine/default.asp jede Medaille hat zwei Seiten

* * * * * *
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Alt 23.04.2006, 08:16   #6
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Achtung, Verschwörungstheorie!

News: USA fälschen Dollars selber
Posted on Sunday, April 23 @ 00:05:00 CEST by wisnewski

...

http://www.gerhard-wisnewski.de/mod...article&sid=216
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Alt 23.04.2006, 09:24   #7
cloneshare
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Danke mfabian
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Alt 23.04.2006, 09:50   #8
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Alt 23.04.2006, 10:43   #9
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Morgen!

MFabian,

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Alt 23.04.2006, 11:21   #10
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Will gold ever be worth $5,000 an ounce?

With gold touching $640 an ounce over the past week, the previous analysis of the gold price appears out-of-date. The price surge potential which was discussed in late 2005 has now happened. But where to next for gold prices: $1000, $5,000?

"..we seem to have $700 well and truly in sight, and gold will probably not take much more than a week or two to get there."


http://www.ameinfo.com/83743.html
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Alt 23.04.2006, 11:25   #11
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En vogue mit Rohstoffinvestments

von Horst Fugger

So großer Optimismus ist eigentlich ein Warnsignal, doch hier liegt der Fall anders. Die Rohstoffknappheit ist real und kann erst langfristig behoben werden. Weitere Preissteigerungen sind sehr gut möglich. Bei der Fonds-Auswahl ist dennoch Vorsicht geboten.

weiter.....

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/geldanlage/65679.html
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Alt 23.04.2006, 11:34   #12
niemandweiss
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niemandweiss eine Nachricht über AIM schicken
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Moin

ist es bei der Reise nach Jerusalem nicht völlig egal, auf welcher Seite man steht?

Wichtig ist, was man daraus macht - auch für Börsenblätter

http://www.ariva.de/board/221777

Geändert von niemandweiss (23.04.2006 um 11:46 Uhr).
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Alt 23.04.2006, 12:20   #13
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moin

Iran schreibt Bau von zwei weiteren Atomkraftwerken aus
Samstag 22. April 2006, 14:45 Uhr

...

__________________
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Alt 23.04.2006, 12:21   #14
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von welcher Rohstoffhausse sprechen die eigentlich alle

Rohstoffhaussen laufen zwischen 15 Jahre (mindestens) und 27 Jahre (längstens).
historisch gesehen haben wir noch nicht mal den Start der Rohstoff erlebt
__________________
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Alt 23.04.2006, 12:24   #15
4604
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wie teuer war oz gold 1970

hat jemand nen chart
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