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Alt 29.07.2003, 05:58   #1
germanasti
Fidelio der Hölle
 
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Registrierungsdatum: Apr 2001
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Posting 29.07.03: Gold in kurzfristiger Topbildung? Euro täte dem gleich.

Einen wunderschönen Anstieg konnte zu Wochenbeginn der japanische Nikkei hinlegen, allerdings nahezu ohne jegliche Trenddynamik. 130 P. gap up & dann bis kurz vor Handelsschluss unvolatil quer, ehe ein weiterer 60 P.-Schub erfolgte. Gesund ist das mit Sicherheit nicht und erinnert auch sehr an einen Markt in Topbildungsphase. Doch wir alle wissen, dass es keine Verkaufspanik ist, sondern shortende US-Banken, die weiterhin gegen den extremen Kaufdruck ankämpfen. Traurig ist es trotzdem, denn ohne diese Manipulatoren wären wir hier bereits am ersten Ziel bei rund 12.000 P. Möge es bald zu einer Kaufkraft auch im Fundamentalmarkt kommen, so dass mit dem inflationären Dreh die Leitzinsen ohne Ende nach oben rauschen. Dies lockt noch mehr ausländisches Kapital an, weshalb Amerika aufgrund des totalen Dollarcrashs ebenfalls die Zinsen erhöhen musse. Perfekter kann damit ein Untergang dieser Bösewichte nicht vonstatten gehen!
Mit Japan endet auch schon die Welle ernstzunehmender Kursanstiege. Die anderen Weltbörsen konsolidierten entweder ihre Freitagsillusionen wieder aus, oder hatten so schwache Umsätze, dass bereits ein Atemzug reicht um das illusorische Gerüst zum Einsturz zu bringen. Es ist momentan eben nur Japan was zählt. Der Rest ist in den wohlverdienten Sommerferien.
Gewaltig abgestürzt die Umsätze. Nur noch 1,2 Mrd. NYSE & 1,5 Mrd. Nasdaq. Im früheren Vergleich liegt dieses aber vor allem bei den Standartwerten immer noch um 30-40% über normalem Sommerferienvolumen. Da sieht man erst welcher unverminderter VK-Druck vorherrscht! Dies wird vom Trin mit rund 1,0 so auch bestätigt. New highs wieder im 200er-Bereich & damit passabel positiv.& Futurevolumen mit 270.000 Kontrakten auf leichtem Interventionsniveau.

Konjunkturdaten gab es keine & auch die weiteren Q2-Unternehmenszahlen waren ohne jegliches Interesse. Diese feierte man mit einem offiziellen Zwischenschnitt, lt. diesem die Gewinne mit einem Anstieg von 7% im Vorjahresvergleich bislang deutlich über den Erwartungen lagen. Doch was soll man daraus ableiten? Erwartungen waren extremst weit unten & ein Gewinnanstieg von 7% ist bei einem Index-KGV von über 40 schlichtweg katastrophal!
Positives kam von Wal Mart in puncto Juli-Umsätze. Diese könnten die erwartete 2-4% Umsatzplusspanne u.U. übertreffen, sollte sich das warme Wetter die letzten Julitage fortsetzen. Dies mag ein positives Zeichen für die US-Wirtschaft sein, muss aber erst noch von den anderen „aldi-fremden“ Firmen bestätigt werden.
In dieses bullische Szenario pushte auch der FED-Mann Moskow. Kurzfristig schaut es zwar noch etwas mau aus, doch werde die ungebrochene Gelddruckerei Greenspans (er gab dies hochoffiziell zu !!!) mit Sicherheit für einen nachhaltigen Aufschwung im weiteren Jahresverlauf sorgen. Traurig das sich Amerika nun nur noch mit solchen Kloparolen oben halten will. Was anderes sind diese nicht, denn kein einziger konnte seine Aufschwungsszenarien bislang mit Fakten unterlegen! Zu der Moskow-Rede speziell sollte man sich ernsthaft die Frage stellen, ob eine gut funktionierende Notenbank es tatsächlich nötig hat, solche verzweifelnden Durchhalteparolen auszusenden.

Die amerikanischen Börsen versuchten sich an einer nahtlosen Fortsetzung der heftigen Freitagsrallye, doch da diese eine Inszenierung der FED & keine Eigendynamik war, suchte man Anschlusskäufe logischerweise vergeblich. Richtig runter wollte es trotzdem bis fast zum Schluss nicht ehe man doch ein klein wenig Einsicht mit der tatsächlichen Lage haben musste. Ein umsatzloser Markt lässt sich Freitag abends nunmal viel leichter manipulieren als zu Wochenbeginn, wenn alle Marktteilnehmer bis Handelsende auf ihren Börsenstühlen verharren.
Damit setzt sich die Schiebezone nahtlos fort & weist nun eine extrem niedrige Tagesvola. auf. Exakt so ist es lt. Szenario gewünscht, ehe um nächstes Wochenende herum ein Ausbruch erfolgt. Dieser mit 3-5% false break in die erste Richtung, an dessen Anschluss wir etwas grösseres sehen könnte, was aufwärts jedoch nicht viel mehr wie weitere 5% bringt. Abwärts hingegen kämen bei voller Kraftentfaltung lockere 20-25% Korrekturpotential zustande, von denen Greenspan mit Sicherheit einiges abknabbern wird. Wieviel und wann genau ist noch völlig offen. Zuerst einmal den Ausbruch und Trendbewegung abwarten. & immer dran denken, dass über allem Allan Greenspan steht, der mit den grundpositiven Candles eine wunderschöne Vorlage für einen Aufwärtsausbruch bereits ab jetzt geliefert bekommt! 3 Handelstage noch im laufenden Monat. 21 sind es im August & praktisch jeder weiss, dass es im September traditionell den Bach runter geht. Wann fängt der erste an sich für dieses Ereignis short zu positionieren? Alle anderen werden dann im gleichen Atemzug folgen.
Trendlos verlief der Tag beim Dollar, während die Zinsen am langen Ende erneut senkrecht nach oben knallten. Dort sind nun die Staatsanleihenkäufe der FED im Frühjahr mehr als komplett eliminiert worden & es beginnt langsam dramatisch zu werden. Noch ein paar solcher Tage & Amerika kriegt allerschwerste Inflationsprobleme, sollte sich die Wirtschaft nicht im Gleichschritt erholen. Zudem heisst es dann für Greenspan, die Leitzinsen in 200 P.-Schritten zu erhöhen!

Der wöchentliche Blick auf den Dollar/Yen:

Weiterhin mit der offenen Frage, ob nun schöne Untertasse oder SKS-Formation im mehrwöchigen Zeitfenster ist der Dollar/Yen. Wie bei Aktien sollte auch hier eine Entscheidung nicht mehr lange auf sich warten lassen. Kommt Synchronlauf zum Euro-Szenario, sehen wir einen Ausbruch nach oben, was mit dem Allianz-Vergleich auch absolut legitim ist. D.h. ein Schub auf 121-122 könnte erfolgen, ehe dann sämtliche Wege für eine katastrophale Sturzwelle um rund 20% offen sind. Rein rechnerisch müsste dies sogar eine glatte Dollarhalbierung nach sich ziehen. Allerdings nicht sofort, sondern eher auf Jahressicht.
118,60-118,40 kleiner Drehpunkt, ehe die grosse Entscheidungszone 117,80-117,20 & Bestätigung 116,80 erfolgt. Darunter wie gehabt 115,50 & 113,80 zu 105 und später 95. 119,40-119,60 Blocker zur GD200 obenrum, an der es gestern nicht so massiv abgeprallt ist wie die Versuche davor! Bestätigung 120,20 ehe letzte Sch....hausbewegung starten kann.
Rallye beim Yen, Rallye beim Nikkei, inflationäre Rallye der japanischen Wirtschaft. Exakt so lautet unverändert & bis in alle Zeiten das grosse Turnarround-Szenario!

Weiterhin wie am Schnürchen scheint sich der Goldindex HUI zu entwickeln:

Bis auf 4 Punkte wurde die schon monatealte Zielzone 175 P. erreicht, ehe ein negatives Intradayreversal für ein Ende der extremen Aufwärtsbewegung in den letzten Tagen gesorgt haben könnte. Wenn ja, ergibt sich nun ein technisches Kursziel im Bereich 157-152 P., an die eine mehrwöchige (unvolatile?) Seitwärtsphase zur Vorbereitung für den ganz grossen Monatermove folgen könnte. Bei Ausbildung eines mustergültigen Diamanten könnte es sogar bis knapp unter 150 P. korrigieren. Möge dem nun so kommen, denn erst dann lässt sich eine recht detailliertes Ziel für die nächsten Monate bestimmen. Momentan wäre ein weiterer Aufwärtsimpuls im Nebel unorakelbar.

Immer destrasöser scheint sich die Situation in der amerikanischen Autoindustrie zu entwickeln, nimmt man die eben veröffentlichten Q2-Zahlen näher unter Augenschein. Ein minimales Wachstum war zwar vorhanden, doch ist dies ein wahrer Fliegenschiss im Vergleich zu der ruinösen Rabattschlacht und vor allem weiter steigenden Überkapazitäten dank bei weitem Mehrproduktionen als Verkäufe. So setzte z.B. Chrysler im Juni gerade mal 10% der verfügbaren Fahrzeuge ab, was eigentlich Abschreibungsbedarf ohne Ende nötig macht. Dieser wird jedoch bewusst vermieden & stattdessen mit dubiosen Leasingverträgen und Eigenfahrzeugen aus den offiziellen Zahlen verbannt. Eben ein weiteres Stückchen Betrug, dass sich quer durch alle amerikanische Wirtschaftsbereiche zieht! Ganz anders schaut es scheinbar mit den Ergebnissen aus. Eine Ford ist dabei in die Profitabilität zurückzukehren und konnte im 2. Quartal einen netten Gewinn von über 400 Mio. Dollar ausweiten. Die Sparte Autoverkäufe trug dazu jedoch nur lumpige 3 Mio. Dollar bei, während der komplette Rest auf die Kappe der Finanzsparte geht. D.h. die Mauscheleien bei den Leasinggeschäften verbucht man sogar noch als offiziellen Gewinn! Ein untragbarer Skandal, der mit einem normalem Wirtschaftsgeschehen nichts mehr zu tun hat! Gleiches gilt für die Kostenaufgliederung. Auf welch wundersame Weise urplötzlich Ford Europa einen Verlust von rund 400 Mio. Euro aufweisen musste & nun auf den Scheiterhaufen verbannt wird, hätte man nicht zum Jahreswechsel dummerweise öffentlich verkündet, in Zukunft Teile der US-Kosten in die europäischen Bilanzen einfliessen zu lassen. Ein weiterer Skandal, deren öffentliche Gleichgültigkeit so langsam jeder Beschreibung spottet! Doch trotz dieser Ignoranz ändert sich nichts an dem unumstösslichen Tatbestand, dass die amerikanische Automobilindustrie kurz vor ihrem Totalzusammenbruch steht. Ob dies von den Massen jetzt oder erst während des Vollzugs erkannt wird ist dabei egal, denn an der Wirtschaftsbelastung wird dies 0,0000 ändern. Lediglich der psychologische Negativeffekt wirkt später viel intensiver.
Irgendwo ist es schon bezeichnend für den Gesamtzustand Amerikas, wenn ausgerechnet die Sparte blutrot und mit höchsten Mauscheleien versehen ist, welche eine der letzten Bastionen im Sektor Eigenproduktionen darstellt. Alles andere haben die Amis bekanntermassen bereits vor 10 Jahren & mehr ins Ausland vergeben, denn schliesslich beschränkt man sich in diesem Land lediglich auf die arrogante Kapitalverwaltung. Niedrige Schmutzgeschäfte darf die untergestellte Restwelt vollbringen. Dieser Schritt war wohl auch ganz gut so, denn die Amis sind ja noch nicht einmal fähig einen eher „leichten“ Bereich wie die Automobilindustrie abzuwickeln. Dort müssen amerikanische Autobauer permanent Umsatzrückgänge hinnehmen, während ausländische Firmen das Feld von vorne bis hinten komplett aufrollen. Oder sind es genau die Tugenden, welche man mit der jahrelangen Faulheit verlernt hat? Fakt ist jedenfalls, dass dieses Land ausser Schulden keinerlei Substanz hat & noch nichtmal einen realen Gegenwert darstellt, da kaum Eigenproduktionen. Unverständlich das sich die Welt trotzdem noch solange daran aufhält, denn Amerika kann man nun wirklich ohne Schamesröte in die Tonne kicken und zur Sondermülldeponie verfrachten! Vll. kehrt dieser Realitätssinn nach einer weiteren Dollarhalbierung und Wechsel der Erdölabrechnung ein, denn dann gibt es wirklich keinen Grund mehr an diesem Pleitestaat festzuhalten.

Das nationale Verbrauchervertrauen für Juli steht heute zur Veröffentlichung an. Eine minimale Zunahme in Anlehnung an Michigan ist zu erwarten, doch wie gehabt gilt: Dies sind keine auszuführenden Fakten, sondern lediglich Hoffnungen und Vorstellungen!

DOW 60-Minuten-Chart:


Keinen bullischen Henkel wollte der DOW-Stundenchart erstellen. Zu gross war die Gier. Doch Kaufkraft fehlte, so das aus diesem Ding ein bärischer rechter Henkel wurde, der zusammen mit etwas Pfeffer für jede Menge Verkaufsdruck am heutigen Tag sorgen könnte. Oder doch nur eine weitere Vola-Einengung in einem existenten leichten Aufwärtstrend? Man kann es auswürfeln!

9140-9160 P. wäre Konsolidierungsziel für das nächster higher low. Anschliessend Luft bis knapp 9400 P.
Ein Sturz darunter sendet sofortige VK-Signale. Bis 9030 (Erweiterung 8980 P.) ist im Moment aber keine Trenddynamik zu erkennen.
Erste Richtung aufwärts = 9280 P. neuerlich Kaufsignal mit Bestätigung 9320/9330 P. Darüber muss ebenfalls Trenddynamik abgewartet werden.
MACD kurz vor Sell auf höchstem Niveau. Stochastik hingegen schon recht weit unten. Klare Signale geben leider auch diese beiden nicht aus.

DOW 3-Jahres- und 6-Monats-Chart:



Erstmals seit Mitte Mai gibt nun der MACD ein frisches Kaufsignal beim DOW-Tageschart aus. Zusammen mit der ersichtlichen Untertassenformation bei den Candles gibt es keinen Grund, warum Greenspan diese wirklich einmalige ausgangsbasis nicht für einen gigantischen Interventionsschub nutzen sollte. So leicht bekommt er die Börsen kaum mehr an die Bullenmauer! Andererseits weiss ausser Allan kein Mensch, welches Verkaufsvolumen im 9400er-Bereich lagert, welcher einer mehrjährigen Trendzone gleich kommt. Was wird er tun?

9320-9350 P. der Ausbruch mit anschliessenden Bremsen 9380, 9420-9450 & 9520 P. Darüber ist lt. Technik frei bis 10K, wenn nicht VK-Aufträge ohne Ende im Markt liegen.
9240, 9180-9140 & ganz wichtig 9080-9060 P. Turnpunkte untenrum. Danac hwird es ruckzuck bärisch.

S&P 500 3-Jahres- und 6-Monats-Chart:



Absolut minimal auch die Tagesbewegungen beim S&P, die sich fast punktgenau innerhalb der Dreh- und Angelzone abspielten. Wenn das mal kein finaler Druckaufbau für eine gewaltige Entladung ergibt. Stochastik ist für eine Bullenbewegung allerdings schon recht weit oben, während MACD mit dem nächsten Schub ein BUY kreiert. Man darf gespannt sein ob sich Greenspan diese Inszenierungsmöglichkeit tatsächlich entgehen lässt.

1020 P. bringt grosses Kaufsignal mit Ausbruch bei 1030 P.
980 P. VK-Signal, welches unter 970 P. bestätigt wird. Dann aber wie gehabt mit 960-940 P. ein gewaltiger Blocker.

Nasdaq100 3-Jahres- und 6-Monats-Chart & Vergleich mit 1929:



Gleiche Situation an der Nasdaq. & auch hier steht der MACD unmittelbar vor einem Kaufsignal, welche in den letzten Monaten astrein in steigende Kurse umgesetzt wurden. Dieses Mal nach erfolgreicher Umkehrformation erneut ein allerletztes Mal, oder ist bereits jetzt der Shortdrang gen Septembercrash so gross, dass begonnen wird zu leerverkaufen ohne Ende?

1275-1295 P. weiterhin Drehzone oben rum, die vorerst wunderschön gehalten hat. 1240-1220 P. dieser Bereich untenrum. Anschliessend noch jeweils 30 P. für Fehlausbruch dran & ein nächster Trend wäre perfekt, wobei abwärts bereits 1220 P. verdammt viel Relevanz bringen.

Euro/USD 2-Jahres- und 3-Monats-Chart:


Gold 2-Jahres- und 3-Monats-Chart:


Ein trendloser Tag beim Euro, weshalb man es heute kurz und schmerzlos machen kann: 1,1540-1,1560 ideale Pullbackzone mit Erweiterung 1,1640-1,1660. 1,1340-1,1380 kleiner Drehpunkt, ehe eine grössere Unterstützung auf 1,1240-1,1280 folgt. Darunter wie gehabt das weiterhin existente Wunschziel 1,1040-1,1060.
Gold rannte punktgenau in die schon länger existente Pullbackzone 367-372 Dollar. Damit lönnte lt. Technik nun auch hier der Impuls abgeschlossen sein & nach Topbildung das Korrekturziel 355-352 Dollar angesteuert werden. Ein Schuss aus diesen Begrenzungen heraus macht eine Neuanalyse vonnöten.

Termine heute:
• 08:00 - DE Bierabsatz 1. Halbjahr
• 08:00 - DE Tarifl. Monatsgehälter u. Wochenlöhne April
• 09:00 - IT Erzeugerpreise Juni
• 11:15 - EU EZB Zuteilung 2-Wochen-Refi-Zinstender
• 12:00 - ! EU Zahlungsbilanz 1. Quartal
• 13:45 - US BTM-Index (Woche)
• 14:55 - US Redbook (Woche)
• 15:00 - EU EZB Wochenausweis Fremdwährungsreserven
• 16:00 - ! US Verbrauchervertrauen Juli
• 19:00 - US Auktion 4-wöchiger Bills


Happy trades...
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