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Alt 06.03.2006, 16:42   #4
Setarkos
Trendforscher
 
Registrierungsdatum: Apr 2003
Beiträge: 1.223
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Ja, Klaus.


Das deckt sich mit Amerika.
Der kleinere, spekulativere DAX ist bullisher als der größere ESX.
Genauso ist die Betrachtung in Bezug auf NDX zu SPX.

Der DAX wäre prinzipiell bullish zu zählen,
zumindest wenn man nur dieses Zeitfenster betrachtet.
Ähnlich verhält es sich mit dem NDX.
Aber die hochkapitalisierten Indizes machen klar,
daß es so nicht kommen wird.


Der schwächste Index ist aktuell klar der NDX.
Und dies ist voll im Sinne einer Topbildung zu werten.
Tradingtechnisch ist das auch insofern interessant,
als man zB SPX (oder ESX) Longpositionen mit einem NDX-Short
hedgen kann.


Der NDX aus Sicht der Candles:

Monats-Chart:



Von 2002 bis Anfang 2004 fand eine große Rallye statt.
Seitdem geht es auf der Trittleiter nach oben,
zwei Schritte vor und einer zurück.
Dem ist im Grunde noch nichts bearishes abzugewinnen,
denn der Trend im Sinne Charles Dow´s ist voll intakt -
der Index bildet higher Lows und higher Highs aus.

Allerdings gestalten sich die "Ausbrüche" über die alten Hochs
bisher ineffektiv, es kommt keine Ausbruchsrallye zustande.
Das ist ein relativ gefährliches Spiel, denn die angestaute Energie
entlädt sich dann ganz gerne in die andere Richtung.
Ähnlich wie im Fußball (falls hier jemand Fußball spielt ):
Rennt eine Mannschaft 90 Minuten erfolglos auf ein Tor an,
könnte der erste Konter der anderen Mannschaft ...

Der Monats-Chart sagt, daß der Ausbruch mit einem Monats-Schluß
unterhalb 1.630 widerrufen ist.


Wochenchart:



In der Jahresendrallye 2005 brach der NDX signifikant und fulminant
über die 1.630 aus, die Rallye lief noch ein ganzes Stück weiter,
anschließend tankte der Index noch einmal Kraft an der alten Ausbruchsmarke
(= klassischer, buchreifer Polaritätswechsel).
Der Wochenchart zündete dann eine Rakete, im Chart steht auf Glatzkopf
auf 1.735 - dem Horizontalwiderstand aus 2002.
Der Index versuchte aus der Keilbegrenzung nach oben ausbrechen -
wäre dieser Ausbruch geglückt (Kreuzung Horizontalwiderstand-Keilgrenze)
wäre dies äußerst bullish zu werten gewesen.
Aber die nächste Kerze ist ein Kreisel mit hohem Wellengang,
die keine Ausbruchsbestätigung darstellt.
Die nächste Kerze komplettiert die Dreierkonstellation zu einem
nicht-klassischen Abendstern, der damit einen Fehlausbruch
über den Widerstand markiert.
Das ganze fand unter sowohl mittel- als auch kurzfristigen bearishen
Divergenzen statt, so daß bei signifikantem Bruch der 1.630
das Top prozyklisch bestätigt wird.
Die letzten beiden Kerzen zeigen jeweils einen rickshaw-man,
der dem erneuten Polaritätswechsel keine bullishe Kraft konstatiert.


Tages-Chart:



Der Tages-Chart war über den ersten Horizontalwiderstand 1.710 ausgebrochen,
dieser Zeiteinstellung zeigt nur ein tweezers Top, das man als Kombinationskerze
in einen nicht ganz sauberen Shooting Star umsetzen könnte.
Die Kraft des Fehlausbruch Nord entlud sich aber erst mit dem Rebreak
der 1.710 - ein brutales Marubozu zerstörte alle bullishen Träume
auf einen Polaritätswechsel und anschließend Ausbruch Nord.
Die Marke (1.710) stellt die Bias-Switch-Marke dar, anschließend
scheiterte der Index beim Versuch, diese Marke wiederzuerobern.

Es folgte der Bruch des Aufwärtstrends seit Oktober, die bisherige
Gegenbewegung weist keine Trendintensität auf und verläuft in Form
einer Bearkeil-Flagge; die 1.710 wurden erneut getest -
der Index prallte dort klar ab.


Gesamtbild:

Der Ausbruchsversuch Nord ist gescheitert, im Wochen- und Tages-Chart
steht eine klare Umkehr. Der Monats-Chart spricht dem Index noch Stabilität zu,
aber auch hier ist die Zukeilung nicht zu übersehen.
Der Index weist eine bestätigte Trendlinie auf, die bei ca 1.630
mit der wichtigsten Horizontalunterstützung zusammentrifft.
Fällt diese Marke dynamisch, haben die Bären das Zepter in der Hand.
Der Index hat noch die Möglichkeit bei 1.600/10 einen Notsupport auszubilden,
der in den oberen Zeitebenen zu einer Stabilisierungskerze führen kann.
Der Tages-Chart hellt sich erst auf, wenn die 1.710/10 auf Schlußkursbasis
wiedererobert würden, darunter ist der Chart bearish.
Bei überkaufter Markttechnik mit wenig Dynamik Nord dürfte sich
bei einer Attacke oberhalb des Bollingerbandes (1.700) im Tages-Chart
eine hervorragende antizyklische Short-Chance bieten.

  • Bias kurzfristig:
    * bearish unterhalb 1.715 daily-close
    * der Bruch der Keilflagge sollte den Index auf den zentralen Support 1.630 führen,
    * das Kurziel der Flaggenauflösung liegt allerdings im deutlichen tieferen Bereich

  • Bias mittelfristig:
    * Box-range zwischen 1.760 und 1.630
    * der Abendstern sollte den Index auf den zentralen Support führen
    * bearish unterhalb 1.630, Bruch wird für wahrscheinlich gehalten
  • Bias langfristig:
    * eine übergeordnete Topbildung wird anvisiert, aber nicht antizipiert,
    * Indikation: Bruch der 1.630 mit Dynamik


Genau beobachtet werden muß dabei, wie sich der bullishere SPX verhält,
Analyse folgt später.


Gruß
Michael
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